Die Cohiba Siglo VI ist ohne Zweifel eine der hochwertigsten und besten kubanischen Zigarren der Habanos SA und steht unangefochten an der Spitze der kubanischen Markenpyramide, die sich auf die wenigen Formate von Cohiba, Cohiba Behike oder Montechristo aufteilen. Als sechstes Format krönt die Cohiba Siglo VI die Linea 1492, die zur Entdeckung Amerikas durch Kolumbus jeweils ein Format für jedes vergangenes Jahrhundert erhielt, das seit dem Jahr 1492 vergangen ist.

Cohiba Siglo VI. Imposant. Edel. Ausverkauf.

„Nicht auf Lager!“. Das ist wohl der häufigste Satz, den ein Aficionado bei der Suche nach einer Siglo VI im stationären oder digitalisieren Tabakhandel des Vertrauens erfahren muss. Kein Wunder – denn die Nummer VI aus der Linea 1492 ist mit Abstand die beliebteste Zigarre aus dem Siglo-Bunde, die im eigens für diese Serie kreierten Cañonazo-Format daherkommt und in so ziemlich jeder Zigarren-Lounge ihren verdienten Anteil an Aufmerksamkeit generieren dürfte. Und das liegt nicht nur an der schieren Größe dieser seltenen Habanos.

Als jüngstes Modell der Linea 1492 wurde die Siglo VI erst verhältnismäßig spät im Jahr 2003 eingeführt und rundet damit die gesamte Linie um ein weiteres Format ab, mit der sich nun für jeden echten Zigarrenfan die passende Tabakrolle edler kubanischer Herkunft finden lassen sollte.

Wohlgemerkt sollte. Denn längst nicht jeder Aficionado kann sich für derartig charaktervolle (und teure) Habanos erwärmen, die in einer Preisklasse wohlauf mit limitierten Formaten von Montechristo, Bolivar, Cohiba Behike oder Hoyo de Monterrey residieren. Schließlich hat die Cohiba Siglo VI ein wenig von einer kubanischen Königin, die je nach Lust und Laune ihren Charakter präsentiert.

Hoher Preis, hohe Erwartung.

Man darf als Genießer einer Siglo VI durchaus hohe Erwartungen an die Zigarre stellen, die nunmal mit einem Preisbereich von etwas mehr als 30 Euro pro Zigarre in einer Liga spielt, die nur wenige Zigarren erreichen. Dementsprechend hoch ist der Anspruch an Verarbeitung, Geschmack, Rauchverhalten, Optik und Abbrand einer Super-Premium-Zigarre aus Kuba, die nahezu immer ausverkauft ist. Und das, obwohl die Zigarren in den meisten Fällen nur in limitierten Stückzahlen unter den Mann (oder die Frau) gebracht wird. Kisten-Käufer einmal davon ausgenommen.

So erreichen jährlich nur wenige Hundert Exemplare der Siglo VI unsere hanseatische Küste und werden dort auch gleich wieder händeringend von den Stammkunden örtlicher Tabakhändler aus den Humidoren entwendet. Natürlich gegen Bezahlung, stilecht mit der schwarzen American-Express auf Firmenkosten. Womit wir auch direkt bei der Zielgruppe dieser Zigarre sind.

Die Siglo VI als Geschenk unter Geschäftspartnern

Die Zigarren der Cohiba Linea 1492 gelten aufgrund ihrer Markengeschichte als repräsentatives Geschenk unter Geschäftspartnern und Aficionados mit Hang zur Exklusivität. Zumindest, wenn mal wieder keine Behike oder Montechristo A greifbar im eigenen Zigarrenlager vorrätig ist. Als Krönung der Linea 1492 ist die Siglo VI eine edle Zigarre zum Verschenken, die nicht nur durch ihr beeindruckendes Format verdiente Dankbarkeit beim Empfänger auslöst.

Schließlich trifft man auch beim Geschäftspartner mit unbekanntem Faible für kubanische Zigarren mit einer Siglo VI stets ins Zentrum der Aufmerksamkeit. So riskiert man immerhin keine ungewollte Bloßstellung der eigenen Geschmacksverirrung. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich immer streiten.

Formate der Cohiba Linea 1492

Die Siglo VI ist neben der etwas längeren Siglo V die Spitze der Linea 1492 und damit ausreichend repräsentativ.

Eigenschaften und Charakter

Für mich persönlich war die Cohiba Siglo VI die erste Zigarre aus der Linea 1492, die ich voller Erwartung entflammen durfte. Zwar war die Siglo-Sammlung zu diesem Zeitpunkt schon komplett, allerdings fehlte der passende Anlass, der das Entzünden einer kubanischen Seltenheit rechtfertigen konnte. Für mich ist diese Rarität nämlich alles andere als eine Alltags-Zigarre. Und das nicht nur aufgrund des hohen Preises.

Was inzwischen schon fast typisch für kubanische Premium-Zigarren ist, sind die auffällig großen Qualitätsunterschiede innerhalb der selben Serien. Durch die letzten vergleichsweise schlechten Jahre im Tabakanbau, die durch Hurricane, Klima und Schädlingsbefall auch mal unglücklich ausfallen können, lieferten die Kubaner in den letzten Jahren auch Tabake in die eigenen Lager ein, die einige Jahre zuvor noch aussortiert worden wären. Diese leichten Abstriche im Qualitätsmanagement wirken sich natürlich auch auf die Qualität der Zigarren aus, die von Cohiba und Co. produziert werden.

Cohiba Siglo VI Deckblatt und Kappe

Leicht öliges, hellbraunes Deckblatt mit durchschnittlich recht feinen Adern. Einige Exemplare der 6er Siglo weisen auch leicht grobadrige Wrapper auf.

Hier muss man sich als anspruchsvoller Aficionado darauf einstellen, dass durchaus auch etwas gröbere Deckblätter verwendet werden, die in Farbe und Struktur nicht immer wie aus einem Guss sind. Ob das für eine Super-Premium-Zigarre in Ordnung geht, muss jeder selber urteilen. Hier ist aus meiner Sicht ein kritisches Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht, bei dem es sich lohnen kann, den eigenen Blick auch mal auf die anderen Karibik-Staaten mit eigener Tabak-Produktion schweifen zu lassen.

Mit einem imposanten 52er Ringmaß und 15cm Länge passt die Siglo VI längst nicht in jedes Hemdfach. Der große Durchmesser ist zumindest ein Garant für cremigen und aromatischen Rauchgenuss, der lediglich durch eine leichte Neigung zu Schwel- und Schiefbrand getrübt wird.

Aroma und Rauchverhalten der Cohiba Siglo VI

Die Siglo VI belohnt direkt nach dem Entflammen mit einem großzügigen Rauchvolumen, das aber nicht allzu stark und qualmig daherkommt, sondern mittelkräftig und cremig. Umfangreiche Nebelschwaden sind von dieser Zigarre zumindest am Anfang nicht zu erwarten. Zur Mitte hin steigert sich die Rauchentwicklung.

Mit etwas Aufmerksamkeit gibt sich die kubanische Königin insgesamt recht handzahm und belohnt uns mit ausgewogenen Aromen, die sich zwischen Frucht, Würze, Holz, Erde und Leder bewegen. Feine Nuancen von Nuss, Gras oder Heu lassen sich erahnen, ebenso wie Kaffee und Creme, die sich zwischen den ruhigen Zügen an der Zigarre immer wieder im retronasalen Raum breit machen.

Dafür dürfen wir die Cohiba allerdings nicht zu heiß rauchen. Hektische Züge an dieser teuren Habanos können zu Tunnelbrand führen und die feinen, kubanischen Aromen schnell trüben. Aber angesichts einer Rauchdauer von mehr als 65 Minuten sollte man sich für diese Zigarre ohnehin ausreichend Zeit einplanen.

Abbrand Siglo VI

Der Abbrand der Siglo VI ist grundsätzlich gerade und entwickelt fein-cremigen Rauchgenuss.

Die vorliegenden Zigarren haben zusätzlich noch rund ein Jahr Aging erfahren, was für eine Cohiba eher gering ist. Das tendenziell ölige Deckblatt lässt noch weiteres Potential für eine sorgsame Fermentierung im eigenen Humidor erkennen. Das nächste Review einer Cohiba Siglo VI folgt dann also in einem Jahr. Zeit muss sein.

Aromarad Cohiba Siglo VI

Aromarad der Cohiba Siglo VI

Daten und Fakten Cohiba Siglo VI

  • Marke: Cohiba
  • Serie: Linea 1492
  • Typ: Siglo VI
  • Herkunft: Kuba
  • Format: Cañonazo
  • Stärke: medium bis kräftig
  • Rauchdauer: ca. 60-75 Minuten
  • Deckblatt: Kuba
  • Umblatt: Kuba
  • Einlage: Kuba
  • Einlagen-Typ: Longfiller
  • Ringmaß: 52
  • Durchmesser: 20.6 mm
  • Länge: 15 cm
  • Herstellungsart: Totalmente a mano, vollständig handgefertigt