Google Ads mit Machine Learning bei Websites ohne Cookies

Die immer stärker werdende Datenschutz-Diskussion berührt auch das Online-Marketing maßgeblich. Nicht nur die DSGVO, sondern auch die jüngste EUGH-Entscheidung in Sachen Cookie-Einwilligung zwingt nicht nur kommerzielle Website-Betreiber zum Umdenken, wenn das werbefinanzierte Geschäftsmodell in naher Zukunft nicht völlig erodieren soll. Und als hätte Google es geahnt, haben sie zeitnah nach dem Urteil einen datenschutzfreundlichen Ansatz für Google Ads mit Machine Learning vorgestellt. In Zukunft sollen also nicht mehr Tracking-Pixel und Cookies darüber entscheiden, ob ein User die Anzeigen bereits gesehen hat, sondern die künstliche Intelligenz.

Warum Google Ads mit Machine Learning datenschutzfreundlicher werden sollen

Bis dato war es undenkbar, die Begriffe Google Ads und Datenschutz in einem gemeinsamen Kontext zu nennen. Doch auch der Gigant aus dem Silicon Valley merkt inzwischen, dass es für die eigenen Dienste datenschutzfreundliche Alternativen geben muss, um das eigene Geschäftsmodell nicht zu gefährden. Aber genau das beruht auf Daten. Also wie lassen sich die beiden Interessen unter ein Dach bekommen?

Derzeit setzten die Werbedienste von Google (AdSense bzw. AdWords) auf Third- und First-Party Cookies, um die Ausspielung von Werbeanzeigen zu steuern. Befindet sich ein Nutzer beispielsweise auf einem Nachrichtenportal mit Adsense-Integration, wird auf seinem Gerät ein Third-Party Cookie abgespeichert, der später zusammen mit der IP-Adresse eine Identifikation der bereits ausgespielten Werbeanzeigen ermöglicht.

So verhindert Google, dass Nutzer mehrmals die selbe (ungewünschte) Werbeanzeige zu sehen bekommen und die Performance der Anzeigen einbrechen bzw. Umsätze verloren gehen. Immer häufiger werden diese Third-Party Cookies aber direkt blockiert, eine Kontrolle der Anzeigen-Performance wird unmöglich.

Eine Änderung bringt ein aktuelles Update , das in den nächsten Wochen für Google Display & Video 360 ausgerollt wird. Die Erweiterung auf Google AdWords könnte entsprechend zeitnah folgen.

Wie funktioniert Google Ads mit Machine Learning=

Google selbst hat in seinem Blog die Funktionsweise des Updates beschrieben:

Using traffic patterns where a third-party cookie is available, and analyzing them at an aggregated level across Google Ad Manager publishers, we can create models to predict traffic patterns when a third-party cookie isn’t present. This allows us to estimate how likely it is for users to visit different publishers who are serving the same ads through Google Ad Manager. Then, when there is no third-party cookie present, we’re able to optimize how often those ads should be shown to users.

Demnach sollen also Nutzerdaten im Vorwege aggregiert und für die KI-kontrollierte Aussteuerung der Anzeigen verwendet werden, ohne dass eigentliche Daten wie IP-Adressen zwischen den Webseiten der Werbetreibenden und den Google-Ad Services ausgetauscht werden müssen, wenn die Anzeigen ausgespielt werden.

Es bleibt abzuwarten, wie genau Google die Technik in Google Ads bzw. AdSense integrieren will und welche Möglichkeiten insbesondere Publisher und Marketer haben werden, um die KI hier zu beeinflussen.

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