Die Superspreader Theory beschreibt einen Ansatz, bei dem ein sog. „Superspreader“ (Superverbreiter) als Individuum dafür sorgt, dass eine bestimmte Eigenschaft innerhalb eines sozialen Netzwerks um das Individuum herum verbreitet wird.

Der Forschungsansatz basiert dabei vor allem auf Beobachtungen in medizinischem Umfeld, in dem die Verbreitung von Krankheitserregern beispielsweise durch einen Arzt in einem Krankenhaus erfolgen kann, der mit einem infizierten Kittel direkten Kontakt mit weiteren Patienten hat, die wiederum die nächsten Patienten mit den Krankheitserregern infizieren. Dabei ist es nicht notwendig, dass der Arzt mit allen Patienten in Kontakt kommt, die zukünftig mit einer Krankheit infiziert werden, sondern lediglich mit einer Minderheit, von der die wesentliche Infizierung ausgeht.

In einer Untersuchung in der Verbreitung von Krankheitserregern durch Nordamerikanische Hirschmäuse konnte festgestellt werden, dass nur eine kleine Gruppe von Mäusen für die Verbreitung von Krankheitserregern wie dem Hantavirus verantwortlich ist.

Aus diesem Sachverhalt wird die 20/80-Rule abgeleitet.

20/80 Rule der Superspreader Theory

Die 20/80 Rule besagt, dass 20% der Individuen für die Infizierung von 80% der übrigen Individuen verantwortlich sind. Dieser Sachverhalt lässt sich statistisch nachweisen und auf andere Untersuchungen projizieren.

Superspreader Theory im Marketing

Im Kontext des Marketings lässt sich der Superspreader-Ansatz mit viralem Marketing assoziieren. Dabei verhält sich ein Individuum in einem sozialen Umfeld (z.B. Social Media Netzwerke wie Instagram oder Facebook) so, dass es durch sein individuelles Handel im sozialen Umfeld eine gewisse Meinungsführerschaft auslöst, die sich automatisch innerhalb des näheren Umfelds verbreitet.

Damit lassen sich sog. „Influencer“ oder auch bekannte Persönlichkeiten beschreiben, die dafür verantwortlich sind, dass ein „viraler Trend“ (beispielsweise diverse Social-Media-Phänomene wie die sog. „Bottle Cap Challenge“) entsteht und sich automatisch innerhalb der sozialen Netzwerke verbreitet.